Ausfertigung des Aufenthaltstitels

Nach der geltenden Gesetzgebung Österreichs können Aufenthaltsbewilligungen bedingt in zwei Gruppen unterteilt werden: die das Recht auf die Ausübung einer Erwerbstätigkeit und die Niederlassung in Österreich enthalten, aber keinen Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt einräumen.

 

I. AUFENTHALTSBEWILLIGUNGEN MIT DEM RECHT AUF DIE AUSÜBUNG EINER ERWERBSTÄTIGKEIT

  1. Arten

 Rot-Weiß-Rot Karte(RWRK) für besonders qualifizierte Fachkräfte

Bedingungen für den Erhalt:

  • Erreichung der Mindestanzahl von Punkten gemäß Anhang A zum Ausländerbeschäftigungsgesetz. Die Punkte werden für die Ausbildung, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse (Englisch oder Deutsch), Alter zugeteilt;
  • berufliche Anstellung in Österreich (ein besonderes Merkmal dieser Art von Bewilligungen ist, dass ein hochqualifizierter Mitarbeiter zunächst ein Visum mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Monaten für die Jobsuche in Österreich zu erhalten hat und dann aufgrund dieses Visum, sich in Österreich aufhaltend, einen Antrag auf die Erteilung der RWRK unter der Bedingung der Anstellung gemäß der Qualifikation stellen);
  • die Erteilung dieser Bewilligungen wird durch das Jobcenter auf die Möglichkeit der Ausführung der vermutlichen Arbeiten von einer anderen Person nicht überprüft, die bereits eine Aufenthaltsbewilligung und den Zugang zum Arbeitsmarkt Österreichs hat oder österreichischer Bürger ist.

 

RWRK für sonstige wichtige Mitarbeiter

Bedingungen für den Erhalt:

  • Erreichung der Mindestanzahl von Punkten gemäß Anhang C zum Ausländerbeschäftigungsgesetz. Die Punkte werden nach ähnlichen (aber weniger anspruchsvollen) Kriterien wie in Anhang A zugeteilt;
  • berufliche Anstellung in Österreich (sonstige wichtige Mitarbeiter müssen bereits einen Arbeitgeber vor der Antragsstellung auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung haben);
  • die Zulassung der sonstigen wichtigen Mitarbeiter ist erst nach der Überprüfung durch das Jobcenter, das feststellt, ob nur dieser Antragsteller und kein österreichischer Bürger oder eine Person, die bereits über eine österreichische Aufenthaltsbewilligung verfügt, aufgrund der Qualifikation an dieser Stelle angestellt werden kann.

 

RWRK für selbständige Unternehmer

Diese Art der Aufenthaltsbewilligung ist am schwierigsten zu erlangen, weil, um diese zu erhalten, die Vorlage eines detaillierten Geschäftsplans bezüglich des voraussichtlichen Gewerbes in Österreich benötigt ist und die Erteilung der Bewilligung nur im Fall möglich ist, wenn das wirtschaftliche Interesse Österreichs an der Ausübung dieses Gewerbes durch Einwanderungsbehörden anerkannt wird.

 

Blaue Karte – Europäische Union

Diese Art der Aufenthaltsbewilligung wird durch die Richtlinie der Europäischen Union geregelt und sieht die berufliche Arbeitsanstellung in Österreich voraus, aber ohne Notwendigkeit, eine bestimmte Anzahl der Qualifikationspunkte zu erreichen. Für diese Art der Bewilligung ist ein Mindestlohn von 4 174 Euro pro Monat vorgesehen. Im Gegensatz zu den österreichischen RWRKs, die das erste Mal für die Gültigkeitsdauer von einem Jahr erteilt werden, werden die Bewilligungen Blaue Karten – Europäische Union sofort für zwei Jahre erteilt.

 

  1. Aufenthaltsbewilligungen für Familienangehörige von hochqualifizierten Fachkräften und sonstigen wichtigen Mitarbeitern.

Die Familienangehörige (Ehegatten und minderjährige Kinder) von hochqualifizierten Fachkräften können ohne Quoten „RWRK plus“ und somit den freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt erhalten. Die Familienangehörige von hochqualifizierten Fachkräften sind von der Verpflichtung befreit, ihre Kenntnis der deutschen Sprache vor dem Umzug nach Österreich nachzuweisen. Für sie gilt das Integrationsabkommen und sie müssen Modul 1 (Stufe A2 der deutschen Sprache) innerhalb von zwei Jahren nach der Erteilung der ersten Aufenthaltsbewilligung erfüllen. Von der Verpflichtung zur Erfüllung des Moduls 1 des Integrationsabkommens werden Personen befreit, die ein Hochschulabschlussdiplom und Kinder bis 14 Jahre alt haben. Der Unterschied für die Familienangehörigen von sonstigen wichtigen Mitarbeitern (im Gegensatz zu Familienangehörigen von hochqualifizierten Fachkräften) ist, dass sie ihre Kenntnisse der deutschen Sprache in der Stufe A1 vor dem Umzug nach Österreich nachweisen müssen. Ausnahmen sind die gleichen wie für die Familienangehörigen von hochqualifizierten Fachkräften.

 

II. AUFENTHALTSBEWILLIGUNGEN OHNE RECHT AUF DIE AUSÜBUNG EINER ERWERBSTÄTIGKEIT (PRIVATIER)

Diese Aufenthaltsbewilligungen zeichnen sich durch relativ niedrige Nebenkosten aus. Um diese Art der Bewilligungen zu erhalten, wird das Vorhandensein des österreichischen Arbeitgebers nicht benötigt. Um diese Art der Bewilligungen zu erhalten, müssen folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Vorhandensein der Quote. Diese Bewilligungen sind quotenpflichtig. Die Quoten werden am Anfang des Jahres für jedes einzelne Bundesland festgelegt und sehr schnell erschöpft;
  • Vorhandensein der Wohnfläche auf dem Territorium Österreichs (um die Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, ist die Wohnungsmiete eine annehmbare Option);
  • Vorhandensein von notwendigen Geldmitteln in einer der österreichischen Banken (z. B. für ein Ehepaar mit zwei minderjährigen Kindern ist das ein Betrag von ca. 45 000 Euro);
  • Vorhandensein der Krankenversicherung, die auf dem Territorium Österreichs gültig ist.

Familienangehörige: für jeden Familienangehörigen sollte eine separate, eigene Quote erhalten werden.

 

III. AUFENTHALTSERLAUBNIS (Aufenthaltsbewilligung für Studenten)

Die österreichische Gesetzgebung sieht auch einen kurzfristigen Aufenthalt Genehmigung zu einem bestimmten Zweck (z. B. Aufenthaltserlaubnis für Studierende [für Schüler der österreichischen Schulen], Studenten [für Studenten der österreichischen Hochschulen], Künstler usw.) vor. Diese Erlaubnisse werden normalerweise für die Gültigkeitsdauer von einem Jahr und müssen nachfolgend verlängert werden.